Donnerstag, 25. Juni 2015

Unverhofft kommt oft..

Vor einer Woche waren es noch insgesamt 19 Tage bis zu meinem Ende der Reise - jetzt bin ich jedoch mittlerweile schon wieder in Deutschland. Warum das so ist, erfahrt ihr nun..

Donnerstag, der 18. Juni: Nachdem ich am vorigen Tag mein Blog fertig geschrieben hatte, wollte ich mich eigentlich ins Bett legen, denn ich musste früh aufstehen, um meinen Kumpel Lukas vom Flughafen in Antalya abzuholen. Aber dann kam noch Kayleen aus den U.S. In mein Zimmer und wir unterhielten uns nett und sehr lange über dies und jenes, sodass es am Ende doch später war, als ich das Licht ausmachte. Nach fünf Stunden Schlaf ging es dann aus dem Bett, in die Dusche, zum Frühstücksbuffet und im Anschluss 20 Minuten zu Fuß zu der Busstation, von wo aus ich zum Airport gelangen sollte. Zwar musste ich die ein oder anderen Einheimischen nach dem Weg beziehungsweise der richtigen Busnummer fragen, aber am Ende klappte alles wunderbar und ich kam nach einer halben Stunde am Terminal an. Ein wenig Warten und kurze Zeit später waren wir zu zweit in Antalya, auf dem Rückweg in die Innenstadt. Der große Bazaar, den wir besuchten, war leider geschlossen und so ging unser Weg zu Fuß weiter in Richtung unserer gebuchten Unterkunft. Gestärkt mit einem billigen Hähnchendöner kamen wir dann in unserem Hotel an und enspannten vorerst einen Moment in dem schönen Zimmer. 
Als unsere Energieakkus wieder einigermaßen aufgeladen waren, ging es raus durch die Straßen und Gassen der Stadt, wo wir die nächsten Stunden unsere Zeit vertrieben. Ob straßenstände mit frisch gepresstem O-Saft, billige Textilien, so weit das Auge reicht oder die Schlepper der Restaurants und Souvenirläden, die uns mit verlockenden Angeboten als Kunden gewinnen wollten. Viele neue Eindrücke und auch mehrere Klamotten sowie Mitbringsel konnten wir am Ende unser nennen. Ich holte mir unter anderem das türkische Traditionsspiel Tavla oder Backgammon. Schließlich habe ich es so oft hier gespielt und da es mir echt ziemlich viel Spaß macht, mir damit meine Zeit zu vertreiben, musste das einfach sein. 
Die neuen Einkäufe abgelegt, gingen wir zu dem Yachthafen nahe unseres Hotels und gönnten uns eine Bootsfahrt entlang der Küste, welche ich auf je rund 3 Euro runterhandeln konnte :) Bei schönem Wetter entspannten wir zwei  auf dem Deck des Holzboots in den bequemen Sesseln und genossen den Wellengang bei türkischer Musik und erfrischendem Wind.
Den Abend gingen Lukas und ich dann essen in dem "Doner-District", so wie es hier ausgeschildert wird. Dutzende Dönerläden sind hier Kopf an Kopf und probieren sich gegen die jeweilige Konkurrenz durchzusetzen und die vorbeilaufenden Touristen zu sich zu locken. Wir entschieden uns für das größte Restaurant mit schönster Sitzmöglichkeit, wo wir im Anschluss ein wirklich üppiges und leckeres Fleischgericht genossen.
Müde von dem langen und vor allem anstrengenden Tag ließen wir den Abend noch entspannt in einer Shisha-Bar ausklingen und machten uns dann ins Bett.

Am nächsten Tag stand endlich Rafting auf dem Plan, worauf ich mich schon längere Zeit gefreut habe, da ich sowas noch nie gemacht hatte. 
Nach einem schnellen Frühstück wurden wir dann von dem Shuttle des Unternehmens abgeholt und fuhren anschließend knapp 3 (!!) ungemütliche Stunden in dem Minibus durch das Land, bis wir nach zahlreichen Bergen und Tälern an dem Ausgangspunkt für das Rafting angelangt waren. Jetzt noch Schwimmweste, Helm und Schwimmschuhe an und die letzten 10 Minuten im Bus zum Wasser. Jetzt ein Paddel in die Hand und ab ins Boot. Lukas und ich konnten uns die VIP-Plätze ganz vorne im Boot sichern, dort war die meiste Action garantiert. Unser Guide Mikael wies uns ein und mit Kampfsprüchen und einfachen "Marschgesängen" rafteten wir durch die Wellen, spritzten andere Rafting-Boote nass oder drehten uns mehrmals um die eigene Achse. Just 4 fun.
Nach teilweise ziemlich fordernden Abschnitten nahmen wir bei einer Abzweigung die kürzere Verzweigung - alle anderen Boote nahmen den vorhergesehenen Weg, den längeren.
An der Mündung, wo unsere Strömung in den eigentlichen Fluss mündet, waren die Wellen wieder deutlich höher - auch durch die vielen Steine in dem Bereich. Und dann passierte es...
Eine höhere Welle erwischte unser Boot. Durch meine Position ganz vorne bekam ich die Welle ab wurde so aus dem Boot geschmissen und landete mit meiner Hüfte auf einem spitzen Stein. Das Wasser war dort lediglich nur kniehoch gewesen. Im Wasser schob mich dann der hintere Teil des Boots noch über die Steine, bevor ich halt fand in der Strömung und das Boot wegfahren sah. Erstmal meine GoPro checken, aber glücklicherweise hing sie noch an dem Sicherheitsbendel. Dann rief mir der Guide eines weiteren Bootes zu, ich solle unbedingt loskommen und schnell in Richtung Boot schwimmen. Da alles wie in einem Film geschah, rannte ich ohne nachzudenken und schwamm die nächsten Meter durch das 6-8 Grad kalte Quellwasser, bevor ich hochgezogen wurde von den Insassen. Glücklicherweise waren es nette Deutsche, darunter sogar ein ehemaliger Rettungssanitäter. Dieser untersuchte mich. Ich stellte fest, dass ich meine Hüfte nur noch eingeschränkt bewegen konnte, spüren konnte ich nicht viel aufgrund der Taubheit durch das kalte Wasser. Als wir kurze Zeit später an der Basis ankamen, brachten mich ein paar Leute die Treppen hinauf auf den Tisch, wo ich erstmal eingepackt wurde in Decken, damit mir wenigstens ein bisschen warm wurde. So warteten Lukas und ich bei heißem Tee, ein bisschen Essen und starkem Regen sowie Gewitter auf den Krankenwagen, welcher 45 Minuten später ankam. Währenddessen waren die anderen deutschen Urlauber weiterhin sehr hilfsbereit und gabem mir Tee und was zu essen. Dann kamen die Krankenschwestern. Natürlich konnten sie kein bisschen Deutsch, geschweige denn Englisch und so durften wir eine knappe Stunde über holprige Straßen samt Schlaglöchern in einem klappernden Krankenwagen fahren.
Dies war wie ein kleines Fitnessworkout für meine Arme. Schließlich konnte ich nicht die Bauchmuskeln anspannen aufgrund von Schmerzen und so musste ich alle Bewegungen mit meinen Armen ausgleichen, in dem ich mich an den Stangen neben der Liege festhielt. Auch eine neue Art, zu trainieren :)
Im Krankenhaus angekommen, wurde ich abgetastet, geröntgt, Ultraschall wurde gemacht, gespritzt, mein Urin wurde analysiert - das volle Programm.
Am Ende hieß es, keine Verletzung an Knochen oder inneren Organen, dafür aber eine relativ starke Hüftprellung und Anriss der rechten unteren Bauchmuskeln. Yeaah! Wem soll es sonst passieren, wenn nicht mir?!..
Leider konnten wir das Krankenhaus noch nicht verlassen, denn es musste ja noch bezahlt werden, was leider nicht so einfach war..
Mein Geld auf der Kreditkarte reichte nicht aus, später wiederkommen konnte, besser gesagt durfte ich nicht. Meine Eltern überwiesen Geld - ging nicht, weser an meine Karte, noch an das Krankenhaus. Die Zeit verging. Zwischendurch lud uns der Angestellte dann zum Essen ein und wir durften in der Kantine vom Salat über Suppe bis hin zum Spinateintopf und Nudelteller plus Nachtisch alles essen, schließlich wären wir sonst wahrscheinlich auch fast verhungert.
Stunden später hatte dann endlich die Bezahlung geklappt, auch durch die Hilfe unserer lieben Nachbarin in Deutschland, welche zwischen meinen Eltern und den türkischen Mitarbeitern dolmetschte und so eine Konversation möglich machte. Jetzt war es bereits 23 Uhr. Ganze 5 Stunden probierten wir, die Zahlung abzuwickeln..
Immerhin waren die Angestellten noch so freundlich und fuhren uns mit deren PKW die restlichen 45 Minuten in die Innenstadt zum Hotel. 
Völlig kaputt, sowohl körperlich als auch mit den Nerven, gingen wir, so gut es ging, noch einmal eine kleine Runde durch die Stadt, schließlich mussten wir einfach nochmal raus an die frische Luft, nachdem wir den halben Tag nur Krankenhausluft genossen durften. So entspannten wir noch einmal im Park von Antalya mit toller nächtlichen Aussicht über die ganze Küste der Stadt. Auf dem Rückweg gingen wir durch den Park, welcher seit vorigem Tag einer vollgefüllten Kirmes glich:
Schiffsschaukeln, 4D-Simulator, Live-Musik, Essens- sowie Verkaufsstände ohne Ende und viele gutgelaunte Menschen - der Ramadan, der Fastenmonat, hatte begonnen. Ab Sonnenuntergang um halb 9 verwandelt sich der Park in eine große Tafel, auf dem die Menschen sich zusammenfinden und zusammen ein großen festliches Mahl einnehmen. Und das jeden Tag während der gesamten Fastenzeit.
In einer Shisha und Backgammmon-Bar angekommen spielten wir noch einige Runden Backgammon und dann war auch schon der Freitag vorüber.

Der Samstag war dann eher ein ruhiger Tag, nicht nur, weil wir erschöpft vom vorigen Tag waren, sondern auch durch mein Handicap mit der Hüfte, gingen wir den Tag eher gemächlich an und frühstückten erstmal ausgiebig. Jetzt musste noch ein wenig Zeit in Anspruch genommen werden, um das bereits gebuchte Quad fahren zu stornieren und den Rückflug nach Deutschland zu organisieren. Denn ich hatte mich entschieden, meine Reise hier abzubrechen und zweieinhalb Wochen vor eigentlichem Schluss der Reise bereits wieder nach Hause zu fliegen. Ich erinnere mich lieber an knapp 4 Wochen voller toller Erinnerungen, neuer Eindrücke und zahlreichen Aktivitäten als an einen Urlaub mit Schmerzen und eingeschränkter Bewegung, an denen ich nur faul im Hotel rumhänge. :)
Nachdem dann alles Organisatorische erledigt war, liefen wir noch ein wenig rum, so gut es ging, aßen neue Speisen und ließen es uns noch einmal auf einer erneuten Bootstour gutgehen.
Unseren letzten Abend verbrachten wir dann auf unserem Lieblingsplatz im Park mit der tollen Aussicht, nachdem jeder von uns drei frische handgemachte Lahmacun mit frischer Petersilie und Salat genossen hatte.

Sonntag war dann leider schon der Abreisetag. Glücklicherweise bekam ich noch einen Platz in demselben Flieger wie Lukas, sodass es zusammen zurück ins kalte, verregnete Deutschland ging. Immerhin konnten wir Backgammon auf dem ganzen Flug spielen.

Und für die jenigen, die neugierig sind, wie meine Hüfte mittlerweile aussieht:


Naja...

Nach knapp 4 Wochen ist nun meine Reise durch die Türkei beendet, leider ein ganzes Stück kürzer als geplant. 
Trotzdem habe ich in den vier Wochen ein Land kennengelernt mit einer spannenden Kultur, unglaublich gastfreundlichen Menschen und köstlichem Essen. Ich bin froh, diesen Weg gegangen und nun um zahlreiche Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse reicher zu sein.
Ich hoffe, euch hat mein Blog gefallen und ihr konntet ein wenig teilhaben an dem, was ich in den vergangenen Tagen alles erlebt habe.

Bis zum nächsten Mal! :)

Mittwoch, 17. Juni 2015

Aus dem kleinen Dorf in die Großstadt

Anders als geplant, ging es bei mir doch noch nicht am Freitag weiter in Richtung Westen - ich hatte meinen Aufenthalt in Olympos noch einmal um zwei Nächte verlängert, da es mir hier so gut gefällt. Auch wenn man nicht viel machen kann, es ist einfach eine echt entspannte Atmosphäre, die Leute sind cool drauf und auch das Wetter spielt mit konstant ~30 Grad und blauem Himmel perfekt mit. 
Da nun alle Leute, mit denen ich was zusammen unternommen habe, bereits abgereist sind, machte ich es mir alleine am Strand bequem, wo ich mich mit relaxter Musik ausruhte und natürlich auch bräunte. Auch das Eincremen habe ich nicht vergessen gehabt. :) Und da auch mein Fitnessprogramm nicht zu kurz kommen sollte, habe ich mich zwischendurch ab ins Wasser gemacht. Dort bin ich dann eine ganze Weile lang an der Felsenküste entlang geschwommen, mal ohne Beine, mal ohne Arme - ein bisschen anspruchsvoll sollte es ja schließlich auch sein :)
Den Nachmittag wanderte ich nochmal ein klein wenig durch eine andere Region, ebenfalls mit zahlreichen Ruinen. Nach einer abkühlenden Dusche gab es auch schon Abendessen, diesmal Hähnchenkeulen mit türkischem Reis, Salat, Kartoffeln und Linsensuppe. Den restlichen Abend unterhielt ich mich mit einem türkischen Pärchen und Jerry aus China. Wir spielten gemeinsam Backgammon und redeten über die verschiedenen Länder und Sitten, welches wirklich interessant war. Aus jedem Gespräch bekommt man immer zahlreiche neue Informationen und Eindrücke über die anderen Kulturen mit - richtig spannend!

Den Samstag wollte ich dann "Power-Bräunen". Also ging es schon um kurz nach elf, nachdem ich ausreichend gefrühstückt hatte, mit ausreichend Wasser an den Strand. Wieder bei traumhaftem Wetter und am Rande des glasklaren Wassers sonnte ich mich einige Zeit, bevor ich wieder eine Schwimmeinheit absolvierte. Diesmal ein Stück weiter die Küste entlang als den Tag zuvor. 
Wieder aus dem Wasser raus, wurde sich eine erneute Runde mit Sonnencreme eingeschmiert und gesonnt. Gegen frühem Nachmittag wurde mir die Sonne dann zu heiß, sodass ich mich auf den Weg zum Hostel machte. Auf dem Weg holte ich dann gleich eine AfterSun-Lotion, da ich mich wohl nicht gut genug eingecremt hatte und so bereits ein paar schöne rote Flecken bemerkte. Aber immerhin nicht am ganzen Körper Sonnenbrand! :-)
Den restlichen Nachmittag unterhielt ich mich dann mit Jerry und döste ein wenig in der so tollen Chillout-Area. Ich könnte den ganzen Bericht darüber schreiben, wie unglaublich bequem es ist und wie gerne ich so etwas auch zu Hause haben würde aber naja. Hier nochmal ein Bild, damit ihr auch wisst, wovon ich schwärme:

Ist nicht das beste Bild aber hatte vergessen, noch einmal ein schönes zu machen :D Abends lud Jerry mich dann auf ein Bier ein und das türkische Pärchen kam erneut dazu, sodass wie nach dem Essen dann wieder in netter Runde zusammen saßen. Derweil bemerkte ich dann, dass der Sonnenbrand doch eher großflächig war. Ob Stirn, Achseln, Hüfte oder Fußzehen, alles war vertreten. Nach und nach kam eines zum anderen und der Sonnenbrand machte mich schon ordentlich müde, weswegen ich dann nach einigem Eincremen auch schon gg halb elf ins Bett ging.

Der nächste Tag war dann wirklich der Abreisetag. Nach fünf erholsamen und entspannten Tagen in Olympos machte ich meinen Weg mit verschiedenen Bussen in Richtung Kas ( ausgesprochen: Kasch). Dies ist ein kleiner Ferienort mit knapp 8000 Einwohnern, ebenfalls an der Mittelmeerküste; 180 Kilometer westlich von Antalya. Dort angekommen, traf ich zufällig gleich den Besitzer meiner Unterkunft am Busbahnhof, der mich und mein Gepäck dann mit seinem Mofa zur Pansion gefahren hat. Gegen Mittag kam dann auch Kage aus Singapur, den ich unterwegs in Kappadokien getroffen hatte. Zusammen wollten wir die Tage in Kas verbringen. So gingen wir uns dann nachmittags erstmal stärken nach den jeweils längeren Busfahrten und ruhten uns dann auf der Dachterasse der Pansion aus. Und natürlich spielten wir dabei Backgammon :) 
Den Abend sind wir dann runter ans Wasser gelaufen und haben dann bei ein paar Bier den Sonnenuntergang auf den Felsen der steinigen Küste angeschaut, bevor es wieder zurück zur Unterkunft ging.

Für Montag hatten wir dann eine Tagesausflug mit dem Boot nach Kekova Island gebucht, auf der die berühmte versunkene Stadt liegt. Doch bevor es zu der "Sunken City" ging, gab es erstmal den ersten Schwimmstop in der Aquariumsbucht. Also packte ich meine Kamera aus und ging erstmal im "Aquarium" die Unterwasserlandschaften bewundern.
Leider konnte ich mir nur eine Taucherbrille ausleihen, aber trotzdem konnte ich den ein oder anderen tollen Fisch oder Fischschwarm erkennen :)
Danach ging es der Küste von Kekova entlang, wo sich die versunkene Stadt befindet. Dies war ein normales Dorf am Rande der Insel, welche jedoch im 2. Jahrhundert durch einen Erdbeben abrutschte und nun fast komplett unterwasser ist. Durch den integrierten Glasboden im Boot konnten wir so vereinzelte Teile der Stadt wiedererkennen. Aber auch an Land sah man noch einzelne Ruinen oder Treppenstufen, die hinunter ins Wasser geführt haben. Ein Bild davon hab ich grad leider nicht griffbereit, da diese auf meiner Kamera sind und ich mit dem Handy keine Bilder gemacht habe davon. Aber so sah die Region dort aus: 

Nicht übel, würde ich sagen :P
Nach dieser Attraktion gab es noch weitere Schwimmstopps und ein frischzubereitetes Mittagsbüffet auf dem Boot. Auch in einem kleinen Dorf an der Küste hielten wir an. Die Einwohner dort leben nur von dem Tourismus, wie ich erfahren habe. Auf dem Weg zur Burgruine, der einzigen Attraktion dort, wurden von den Einheimischen am Rande der ganzen Treppenstufen alles von Ketten, Teppichen bis zu getrockneten Kräutern angeboten. Kage und ich pausierten dann in einem kleinen Café und genossen den Ausblick bei einem schön kühlen Bier und dem wohl leckersten Eis, was ich jemals gegessen habe. Die hatten zwar nur drei Eissorten, doch diese waren dafür unglaublich. Ich hatte das Gefühl, als würde ich gerade frischen Pfirsisch eisgekühlt essen. Wirklich sehr lecker!
Nachdem wir am Ende nochmal zu einer Bucht voller Ziegen auf den Felsen geschwommen sind, haben wir uns dann im Shuttlebus auf dem Weg zurück nach Kas ausgeruht, denn dann war ein bisschen Sport angesagt :)
Nachdem wir unsere Sachen in der Pansion deponiert und uns sportlich angezogen hatten, ging es in den Fitnesscenter gleich um die Ecke, wo wir die nächste Stunde ein wenig die Muskeln spielen ließen :P
Den Abend verbrachten wir auf dem Marktplatz der Stadt, wo sich alles abspielte. Vollgefüllte Bars, Straßenmusiker, Menschen auf den Bänken am Bier trinken und kleine Kinder zwischen den streunenden Hunden am Volleyball und Fußball spielen - eine schöne und lebendige Atmosphäre. Dort tranken wir auch unser Feierabendbierchen und kamen ins Gespräch mit Einheimischen und anderen Reisenden. Am Ende saßen wir dann bei einer Gruppe Jugendlichen, welche traditionelle Lieder auf ihren Instrumenten spielten und gemeinsam sangen.
Wir aßen Kekse und unterhielten uns, als ob wir uns schon länger kennen würden. Dann ging auch ein wirklich schöner Tag zu Ende.
Jetzt hieß es schon wieder Tasche packen, denn während Kage seinen Weg weiter nach Griechenland fortsetzt, setzte ich mich in den Bus in Richtung Antalya, wo ich dann nach zähen und unbequemen Stunden enlich nachmittags ankam. Von dem Busterminal ging es dann mit der Metro in die Innenstadt. Freundlicherweise hat mich ein türkisches Ehepaar mitgenommen, so konnte ich ein wenig Geld sparen und ich wusste auch direkt, wo ich hinmusste, um zu meiner kurzfristig gebuchten Unterkunft zu finden.
Alles hatte super geklappt und jetzt konnte ich erstmal entspannen un hatte das 4-Bett Schlafzimmer für mich, sodass ich in Ruhe dösen konnte. Anschließend holte ich mir noch was zu Essen und schlenderte über einen der größeren Wochenmärkte von Antalya, über den ich zufällig aufmerksam geworden war.
Marktschreier, die sich gegenseitig mit Angeboten übertrumpften, volle Gassen mit Einheimischen, die ihre Wocheneinkäufe machten. Eine Vielfalt an Gerüchen von frischem Obst, aller Art von Gewürzen bis hin zu den Gerüchen der verschiedenen Essensständen. Selbst ein Stand grillte frischen Thunfisch für die Kunden.
Nachdem ich dachte, der Markt in Avanos, in Kappadokien, wäre schon echt eine tolle Erfahrung gewesen, dann weiß ich nicht, was das hier war. Es war wirklich viel türkischer, wenn man dass so sagen kann. Keiner konnte Englisch, ich war der einzige Tourist, die Preise waren ebenfalls nicht überteuert. So kaufte ich ein Kilo frischer Äpfel für umgerechnet 30 Cent und ein halbes Kilo Kirschen für 40 Cent. :) Danach ging es dann relativ früh ins Bett, denn die Busfahrten und obendrauf die 34 Grad Hitze schlauchen ein bisschen :)

Heute war einfach nur entspannend. Ich hatte nichts geplant und von daher gab es keine Eile, sondern alles wurde gemacht, so wie ich gerade Laune hatte. Nachdem ich leider nur ein bisschen von dem Frühstücksbüffet gegessen hatte, da ich mit halb 10 anscheinend sehr spät dran war, machte ich mich auf in die Stadt, welche es zu erkunden galt. Von der Altstadt aus machte ich mich zum Hafen und zu den verschiedenen Basaren - einfach nur ein bisschen rumlaufen und die Eindrücke einer neuen Stadt auf mich wirken lassen. Unterbrochen von einem längeren Nickerchen war das mein heutiger Tag zusammengefasst :)

Jetzt gehts direkt schlafen, denn morgen gehts zusammen mit meinem Bro Luki für ein paar Tage die Stadt unsicher machen :)

Freitag, 12. Juni 2015

Chillout in Olympos

Sich in der Sonne am Strand bräunen, sich im Meer von dem heißen Wasser abkühlen, mittags nach ein paar Runden Backgammon ein Nickerchen in der Hängematte machen und abends gemeinsam mit anderen Reisenden das Büfet bei einem Bier genießen - so ungefähr sah der Tagesablauf bei mir aus in den letzten Tagen.

Viel gemacht hatte ich in Kappadokien, von Fischen über Wandern,  Quad fahren bis hin zu verschiedenen Touren, auf denen ich war. Abends haben wir öfters was unternommen und sind auch immer unterwegs gewesen. Und deswegen hatte ich mir Olympos als mein nächstes Reiseziel ausgesucht. Die anderen Backpacker sagten, es sei ein super Ort mit entspannter Atmosphäre, um einfach mal runterzukommen und am Strand abzuhängen. 
Also buchte ich am Montag den Nachtbus und so ging es nach einem letzten Abendessen zusammen mit den anderen Reisenden in den Bus in Richtung Antalya. Nach 9 Stunden war ich morgens um 7:45 Uhr schon am Busbahnhof in Antalya, von wo aus ich den Anschlussbus nach Olympos nahm und wiederum einen Bus von der Hauptstraße zu meinem Hostel. Um 10 Uhr war ich dann schon in meinem Hostel und durfte das reichliche morgendliche Frühstücksbüfet genießen. Neben gekochten Eiern sowie Gurken, Tomaten und Oliven gibts es Feta sowie Weißbrot mit Butter, Honig, Nougatcreme und Marmelade. Hier wurde für jeden Gast zusätzlich noch ein mit Gemüse gefülltes Omelette zubereitet, worüber ich mich wirklich sehr gefreut habe!
Zufälligerweise traf ich die zwei Mädels Vanessa und Tamara aus Australien wieder, mit denen ich in Kappadokien bereits Quad gefahren und die "Turkish Night" besucht habe. Zusammen gingen wir dann nach dem Frühstück an den Strand. Bereits auf dem Weg konnte man zahlreiche Ruinen und andere guterhaltene historische Stätten bewundern, für die Olympos bekannt ist. Über Steine und kleine Bächlein ging es dann mit den zuvor gekauften Flip-Flops an den Strand, wo es natürlich erstmal ins Wasser ging. Dies war echt so schön, mal wieder ins Meer zu springen und das obendrein noch bei echt traumhaften Wetter. 
Nachdem wir ein wenig gedöst hatten, gingen wir zurück in die Chillout-Area des Hostels, wo mir die beiden erklärten, wie man Backgammon spielt. Dies wird hier auch Tavla genannt und ist das traditionelle Spiel der Einheimischen, welches meist bei einer Tasse Tee gespielt wird. 
Nach ein paar Runden wurde ich dann etwas müde und döste erstmal auf der Couch ein. Als ich dann später aufwachte, war es auch schon Zeit zum Abendessen. Glücklicherweise gab es ein Büfet, sodass ich ordentlich zuschlagen konnte. Mit vollem Magen spielten wir dann noch einige Runden Backgammon, bevor wir uns mit ein paar Einheimischen unterhielten und zusammen einheimischen Wein tranken. Währenddessen erklärten die uns auch ein paar grundlegende Strategien für das Spiel Tavla. Sie spielen dass nämlich jeden Tag und wetten meist auch um Geld.

Der nächste Tag begann wie auch den Tag zuvor mit einem wirklich leckeren Frühstück. Dann musste natürlich erst einmal entspannt werden, so wie es sich gehört. Das Hostel spielte entspannte Musik von Jack Johnson oder Bob Marley und ich trank mit ein paar Leuten eine Tasse Tee, bevor wir uns gemeinsam auf zum Strand machten, um unsere Bräune ein wenig zu intensivieren :) Bei einem kühlen Bier relaxten wir so einige Stunden, kühlten uns zwischendurch immer mal im Wasser ab oder laberten ein wenig. Dann schwammen wir gemeinsam zu einem größeren Felsen, wovon wir dann einige Male rund sieben Meter die Felswand herunter in Wasser sprangen, welches echt ziemlich Spaß gemacht hat.
Zusammen mit dem Kanadier Mike schwamm ich dann noch an der Felswand entlang zu einer kleinen Höhle, welche sich inmitten der Felswand befand. So konnte ich wenigstens ein bisschen was für meine Kondition tun :)
Zurück im Hostel gesellten sich zu uns dann mehrere andere Traveller und gemeinsam gab es dann nach dem Abendessen noch einige Runden Backgammon bei netten Konversationen. Spätestens jetzt hatte ich bemerkt, dass mich das Spiel süchtig macht, da ich einfach immer nur noch spielen wollte. Auch wenn ich nicht jedes Mal gewonnen hatte, ist es trotzdem ein echt schönes Spiel zum Entspannen und zum Quatschen.
Zu zehnt gingen wir dann später noch in eine benachbarte Bar, wo wir bei türkischer Livemusik und natürlich einem Efes-Bier den Abend ausklingen ließen.

Gestern ging es,anders als gewohnt, dann vergleichsweise hektisch los. Um acht Uhr frühstückten wir bereits, da David, Toby und Bianca (Kanada, Australien, U.S.) sowie meine Wenigkeit vorhatten, einen Teil des Lycian Way zu wandern. Dies ist eine 500km lange Wanderung zwischen Antalya und Fethiye entlang der Mittelmeerküste und gehört zu einem der zehn schönsten Wanderwegen der Welt. 
Vorher ging es aber erstmal durch die antike Stadt von Olympos, welche zahlreiche, noch guterhaltene Ruinen zu besichtigen hat.
Von einem alten Theater über prunkvolle Ruhestätten bis hin zu Tempel und normalen Wohnkomplexen konnte man alles besichtigen. Dies war wirklich interessant, da man sich oftmals fragt, wie man vor über 2000 Jahren schon solche Bauten erschaffen konnte. 
Nach einem kleinen Rückblick in die Geschichte der Stadt ging es dann Höhenmeter nach Höhenmeter in Richtung Himmel. Insgesamt vier Stunden sind wir letztendlich gewandert, bevor wir uns in einem Restaurant stärkten. Da wir fast nur bergauf gewandert waren, war mein T-Shirt entsprechend durchnässt und ich war auch relativ fertig. Aber es hat echt Spaß gemacht und schließlich fühlt es sich auch mal wieser gut an, ausgepowert zu sein. 
Hatten wir gegessen, ging es für eine schon fast alltägliche Runde Backgammon und einen Çay in den Loungebereich, wo wir allesamt nach wenigen Spielen einschliefen und dösten. Zwei Stunden später wollten wir dann nochmal an den Strand und dort auf eine alte Turmruine klettern. Zwar hatten wir nur Flipflops an, doch auch damit war das kein Problem.
Oben angekommen hatten wir einen wunderschöne Aussicht über den ganzen Strand sowie die verschiedenen Berge im Hintergrund. 
Nach dem Abstieg wurden noch auf ein paar Felsen ein paar Fotos vom Sonnenuntergang geschossen und noch eine kleine "Steine-Flippen"-Competition gehabt (einen flachen Stein über das Wasser springen lassen). Und da ich den Tag zuvor schon so oft Steine geflippt hatte, dass ich Muskelkater in meiner linken Schulter hatte, konnte ich den Sieg mit 7x Flippen nach Deutschland holen :)
Nach einer Dusche und einem erneut üppigem und leckerem Abendessen ging es auf eine Nachtwanderung zu den Flammen von Chimaira. 
Als Chimaira ist seit der Antike ein Platz in Lykien (der Region, wo ich gerade bin) bekannt, an dem noch heute ein seltenes, Jahrtausende altes Naturphänomen zu beobachten ist: Aus dem felsigen Boden eines Berghangs schlagen an mehreren Stellen Flammen heraus, welche als die „ewigen Feuer der Chimäre“ bekannt sind. Zwar sind die Flammen nur bis ca 30-40 Zentimeter hoch, aber dafür war es trotzdem ziemlich beeindruckend, wenn man sich vorstellt, wie lange die Flammen schon brennen.
Nach der Wanderung ging es mit dem Minibus wieder zurück ins Hostel. Und was wäre ein Abend in Olympos ohne Backgammon. Also ging es mit einem Bier nochmal in die Lounge, ein paar Partien Tavla spielen. Ungeschlagen an dem Abend ging es dann nach einem anstrengend Tag fertig, aber mit zahlreichen neuen Eindrücken ins Bett.

Heute wollte ich bereits eigentlich die kleine Ortschaft verlassen, aber entschied mich dann doch noch dafür, einen weiteren Tag zu bleiben. Denn wie der Musiker Jack Johnson in einem seiner Lieder, die hier laufen, singt: "Slow down everybody - You are moving too fast!". Also konnte ich ein weiteres Mal ausschlafen (yeah!). Jetzt ist auch der Blog gleich fertig geschrieben und es geht ab an den Strand, sich weiter bräunen und ein wenig schwimmen.
Morgen geht es dann weiter für knappe drei Stunden in den Westen nach Kas, einen weiteren kleinen schönen Ort an der Küste, wo ich mich mit Kage, einem Freund, den ich in Kappadokien getroffen hab, treffen werde.

Montag, 8. Juni 2015

Enjoying Cappadocia

Heute war der erste Tag, an dem ich hier in der Türkei mal etwas länger schlafen konnte. Viel vorgenommenfür den Tag hatte ich mir nicht. All die Tage zuvor war ich ununterbrochen unterwegs und jetzt musste ich einfach mal entspannen :) 
Nachdem ich also in Ruhe gefrühstückt hatte, ging ich in die Innenstadt beziehungsweise besser gesagt die ei zige Hauptstraße hier in Göreme. Von dort aus fuhr ich dann mit dem "dolmus", dem Bus, in das 9 km entfernte Avanos. Diese Stadt ist landesweit bekannt für seine Töpferkunst und dies wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Also ging ich durch die Straßen mit Ständen voller getöpferter Sachen und fand schließlich auch einen kleinen Laden, wo mich der Inhaber herzlich begrüßte und mich zu sich einlud. Und da ich natürlich interessiert war, wie all die Sachen hergestellt werden, hat er sich kurzerhand umgezogen und mir eine kleine Privatvorstellung gegeben. Dann durfte auch ich mal probieren - gar nicht so leicht, wie es aussieht. Trotzdem habe ich immerhin was Ordentliches hinbekommen :)
Nachdem ich den Laden dann wieder verlassen hatte, war es mal wieder an der Zeit, was neues an traditionellem Essen auszuprobieren. So ging ich kurzerhand zu dem Restaurant, welches für traditionelle Speisen bekannt ist, besonders für die Gehirnsuppe.
Und weil ich mir gesagt habe, ich möchte alles probieren, entschied ich mich nach kurzem Zögern dann doch für diese außergewöhnliche Suppe. Aber zusammen mit Knoblauch und Essig sowie mit dem frischen Brot war es wirklich schmackhaft - nachdem ich verarbeitet hatte, dass ich gerade Kuh-Gehirn esse.
Als ich dann nach der Busfahrt und ein bisschen Rumlaufen wieder im Hostel angekommen war, wurde sich ausgeruht. Schließlich musste ich wirklich mal wieder einen Gang runterschalten :) Dafür ging es aber abends wieder weg, eine neue Speise ausprobieren, zusammen mit Anna, der Mitarbeiterin im Hostel und Jobathan aus der Schweiz. (Ja ich weiß, es kommt so rüber, als ob ich nur am Essen bin, aber hier gibt es einfach soo viel zum Probieren und alles ist unglaublich lecker! ) Naja auf jeden Fall gab es diesmal den sogenannten Testi Kebab. Dies ist ein Fleisch-Gemüse-Mix, welches in einem getöpferten Gefäß im Feuer gegart wird (siehe Foto).
Zusammen mit Reis und Salat einfach soo lecker!

Heute, am Donnerstag, dem 4. Juni, stand auf der Tagesplanung, Kappadokien näher zu erkunden. Zusammen mit einer aus Taiwan habe ich dann einen Roller gemietet und bin durch die verschiedensten Städte und Landschaften gefahren. Blöderweise hatte ich vergessen, meine Arme vorher einzucremen und so durfte ich die Rechnung nach der Spritztour mit einem schönen Sonnenbrand bezahlen. Trotzdem war es echt cool, die verschiedenen Landschaftsbilder selbst zu erkunden, ohne in irgendwelchen überfüllten Tourbussen zu sitzen. So konnte man anhalten, wann man wollte und einfach den Ort genießen, wo man gerade sein wollte.
Wieder zurück im Hostel, wurde mal wieder entspannt und ein bisschen mit den anderen Reisenden Karten gespielt und Tee getrunken. Zu Essen gab es diesmal wieder die türkischen Hackbällchen "Köfte". Danach hab ich dann zufällig wieder jemanden erkannt von vor ein paar Tagen und so entschloss ich mich kurzerhand, mit ihm in sein Hostel zu gehen, da die dort eine BBQ-Party machen wollten. So lud ich mich dann selbst ein und hatte als Nachtisch praktisch noch jede Menge Fleisch mit eingelegtem Gemüse. Nach diesem echt lustigen Aufenthalt wartete im Hotel schon die nächste Überraschung auf mich. Vier neue Gäste aus Polen waren angereist und hatten mehrere Fläschchen polnisches Hochprozentiges mitgebracht. Und so kam es, dass wir einen noch echt lustigen Abend zusammen verbrachten, obwohl wir uns gerade erst kennengelernt hatten.

Am Freitag war Markt in Avanos, wo ich unbedingt hinwollte, da ich gerne den traditionell türkischen Wochenmarkt mal erleben wollte. Also ging es wieder mit dem Minibus raus aus Göreme in Richtung Avanos. Dort konnte man schon direkt erahnen, wo genau der Markt sich befindet.
So lief ich den mit frischem Obst bepackten Einheimischen entgegen und folgte der immer lauter werdenden Geräuschkulisse, bis ich schließlich auf dem großen, teils überdachten Marktplatz angelangt war. Frisches Obst und Gemüse, soweit das Auge reicht, Gewürz- oder Nussstände. Die Verkäufer schrien um die Wette. Am Rande saßen die Alten und spielten Tavla, bei uns bekannt als Backgammon. 
Eine wirklich schöne Erfahrung, die noch besser wurde, nachdem ich mich durch das frische Obst durchprobierte. So frisch und einfach so lecker. Also entschied ich mich kurzerhand, ein bisschen für die nächsten Tage zu kaufen. Neben Erdbeeren und Kirschen, Pfirsichen und Aprikosen kaufte ich noch Pflaumen, Äpfel, Bananen sowie eine mir immer noch unbekannte, aber leckere Frucht. Von allem jeweils ein halbes Kilo. 
Meine Freude wurde noch größer, als ich realisierte, dass ich das alles für lediglich 3,50€ bekommen hatte. :)
Am Ende ging ich noch in die Klamottenabteilung, denn der Markt war aufgebaut wie eine Art kleiner Supermarkt; in der einen Ecke gab es Obst und Gemüse, der anderen Werkzeuge und Spielesachen und eine andere Ecke war für Klamotten gedacht. In dieser Abteilung holte ich mir dann ein paar Sneaker-socken, zwei hummel-T-Shirts sowie ein Hemd.
Glücklich und geschwitzt vom heißen Wetter ging es dann wieder zurück "nach Hause". Jetzt stand auf dem Plan, zu einer Turkish Night zu gehen. Dies ist eine Show, die mehrmals die Woche stattfindet und die verschiedensten Showacts beinhaltet. Das Programm wird kombiniert mit einem Abendessen, den verschiendensten Snacks sowie unlimitierten Getränken. Dann hieß es Showact after Showact.
Begonnen mit den Whirling Derwishes - Männer, die sich minutenlang um die eigene Achse drehen, ohne dass ihnen schwindelig wird - weiter mit einer traditionellen türkischen Hochzeit, bis hin zu mehreren Tänzen.
Und dann kam die Bauchtänzerin, welche ebenfalls mit einen paar Zuschauern tanzen sollte. Und dreimal dürft Ihr raten, wer ausgewählt wurde?! Nachdem ich bei dem Act mit der Hochzeit schon einen der potentiellen Bräutigams gespielt habe, wurde ich sowie 2 weitere aus unserer Gruppe ausgewählt. So bekamen wir alle eine typische "Bauchtänzerkette" um den Bauch gebunden und durften so vor circa 100 Gästen zeigen, was wir drauf hatten.. Oh man, das war vielleicht was. 
Trotz allem hat es echt richtig Spaß gemacht, die Leute waren super und alles hat gestimmt. Der Abend wird auf jeden Fall in Erinnerung bleiben :)

 
Den Samstag hab ich dann wieder ein bisschen ruhiger gemacht. Eine Aktivität am Tag reichte dann, da wir auch abends meist noch was gemacht hatten und schließlich muss man auch ein bisschen auf sein Geld achten.
Also wurde, wie fast jeden Morgen, erstmal in Ruhe gefrühstückt und sich ein bisschen unterhalten. Nachmittags entschied ich mich dann spontan dazu, zu ein paar Leuten aus dem Hostel dazuzustoßen und mit denen gemeinsam eine Quad-Tour zu machen. Mal wieder eine perfekte Entscheidung, wie sich rausstellte. Das Wetter war einfach nur klasse und mal wieder Quad zu fahren und um die Kurven zu driften hat einfach nur unglaublich viel Spaß gemacht.
Aber dafür war es auch so anstrengend, auch durch den Staub, der einem trotz Sonnenbrille in die Augen kam. Glücklicherweise hats mich nicht umgehauen, denn zwei aus unserer Gruppe haben sich überschlagen und mussten teils die Reparaturkosten übernehmen. War zwar manchmal knapp, aber hab ja nochmal Glück gehabt :)
Den Abend gingen wir alle zusammen essen und anschließen Shisha rauchen, welche echt kein Vergleich ist zu denen in Deutschland. Schließlich ist Shisha rauchen hier Tradition.
Später ging es dann noch das Champions-League Finale in der benachbarten Bar schauen. 
Am Hostel angekommen gab es dann noch ein bisschen kolumbianische Musik von den kolumbischen Gästen, bevor es erneut ins Bett ging.

Gestern war dann der erste Teil meines Blogs dran, den ich am Schreiben war, während ich mich ein wenig von der Sonne wärmen ließ. Danach durfte ich mit dem Hotelbesitzer Harun Fischen gehen, worauf ich mich wirklich gefreut habe, denn ich war noch nie fischen. 
Also ging es zum vierten Mal nach Avanos, diesmal jedoch abseits der Häuser nahe an einen Staudamm.
Bei blauem Himmel warfen wir so die Netze rein und warteten einen Moment, aber schon nach kurzer Zeit hatten sich die ersten Fische verfangen. Als ich meinem ersten Fisch gefangen hatte, wollte ich natürlich ein Foto mit meinem ersten Fisch machen. Hat aber dann leider nicht so ganz geklappt, wie man auf dem Foto sehen kann:
Am Ende hatten wir dann 12 Fische gefangen, für jeden im Hotel einer.
Im Hostel angekommen, gab es leider keinen, der sich um Beilagen gekümmert hat. Also ging ich los und kaufte noch Kartoffeln und Zwiebeln sowie Zitronen für den Fisch und machte dann noch Bratkartoffeln für alle. Aber immerhin war es ziemlich lecker!  
Den Abend verbrachten wir dann noch in einer Bar und auf dem Sunset Point, den besten Aussichtspunkt hier in Göreme. Das war ein echt schöner Abschlussabend in Kappadokien.

Heute hab ich eigentlich nur gepackt, Wäsche gemacht, Blog geschrieben und sonst relaxed, nichts besonderes :)
Gleich gehts dann mit dem Bus nach Antalya und von dort morgen direkt weiter nach Olympos. So sieht zumindest mein Plan aus :))

Dienstag, 2. Juni 2015

Türkei: Vielfältigkeit in jeder Hinsicht

So, mittlerweile sind es bereits 5 Tage, in denen mein Blog nicht weiter gefüllt wurde. Ich war rund um die Uhr unterwegs, habe viele nette Leute getroffen, und gemeinsam haben wir Sachen unternommen, sind gewandert oder haben den Abend zusammen verbracht. Jetzt ist es aber mal wieder Zeit für einen kurzen Rückblick, wie der Rest meiner ersten Woche abgelaufen ist...
Mein Plan für Freitag war es, die zwei größten Moscheen der Stadt, zu besichtigen. Und weil es am schönsten ist, zu Fuß die Stadt zu erkunden, ging es eine gute halbe Stunde vom Hostel über die Brücke nach Sultanahmet, dem Stadtteil mit den historischen Moscheen. Am Ziel angekommen, erwartete mich eine große Menschenmenge, mehrere Touri-Busse und lauter Kameras. Ziemlich überfüllt mit Touristen, aber hab auch mit nichts anderem gerechnet, schließlich ist die Hagia Sophia DIE Sehenswürdigkeit in Istanbul.
Und natürlich wollte auch ich sie mir ansehen - jedoch überlegte ich zweimal, ob ich auch wirklich in die Moschee hereingehe. Letztlich entschied ich mich doch dafür und es war echt sehr beeindruckend. So monströs und aufwendig gestaltet, aber leider alles voller Leute. 
Die benachbarte Moschee, die Blaue Moschee, hab ich dann nicht besichtigt, schließlich wäre dort genau das gleiche Chaos gewesen. Also entschied ich mich, eine weitere Tour durch die Innenstadt zu machen, um neue Gässchen mit schönen Restaurants beziehungsweise Essensständen zu finden. Dies hat sich wirklich gelohnt, denn ich habe einen Laden mit einem verdammt leckeren Essen gefunden. Zu Essen bekam ich das sogenannte Adana Kebab, ein gut gewürzter Spieß aus Rindfleisch,standardmäßig mit türkischem Reis und Salat, dazu das türkische Erfrischungsgetränk Ayran. Später rätselte ich dann im Sonnenuntergang am Bosphorus und machte mich dann auf den Heimweg. 
Dort traf ich dann ein paar Leute, mit denen ich mich nett unterhielt und wir uns kurz darauf los in die Stadt machten, um was zu trinken. Es war eine Gruppe aus Stuttgart, die dort Architektur studieren. Jeder kam aus einem anderen Land. Mexiko, USA, Kolumbien, Taiwan, Polen.. Alles war vertreten. So verbrachten wir den Abend bei ein paar Bier und rauchten eine typische türkische Wasserpfeife und gingen im Anschluss daran noch in einen Club.
Es war ein echt schöner Abend. Besonders hat es mich gefreut, mal mehr mit Leuten reden und was zusammen zu unternehmen. Dies hatte ich die ersten zwei Tage etwas vermisst. 

Samstag war ein echt schöner Tag mit neuen Impressionen in kultureller, landschaftlicher als auch kulinarischer Hinsicht. Aber bevor ich den Tag genießen konnte, ging es für mich erstmal eine halbe Stunde zu Fuß zum Ticketshop und wieder zurück - ich musste noch ein Ticket für meine Weiterfahrt am Abend organisieren. 
Danach ging es auch gleich mit der Metro weiter an den Hafen, wo ich eine schöne Bosphorus-Tour machte. So konnte man sofort sehen, wie anders die asiatische Seite im Gegensatz zur europäischen ist, zumindest was den Baustil betrifft. Leider war das Schiff ziemlich voll, aber dennoch hab ich die zweistündige Fahrt sehr genossen! 
Im Anschluss fand ich gleich am Hafen einen interessanten Stand, welcher Fischbrötchen verkaufte, im Türkischen "balik ekmek". Und weil ich so viel wie möglich probieren wollte, zögerte ich nicht und konnte so für ca. 1,70€ ein super leckeres und vor allem frisches Fischbrötchen genießen.
Gestärkt ging es dann zurück zur Unterkunft, wo kurz darauf schon mein privater Shuttle-Service auf mich wartete - der Beginn einer wirklich interessanten, aber teils auch leicht schmerzenden Erfahrung. Es ging in ein Hamam, wo ich ein traditionelles türkisches Bad nehmen wollte.
Und da ich gerne die wirkliche Türkei kennenlernen möchte, abseits aller Touristenorte, fand ich ein traditionelles Hamam in einem benachbarten Stadtteil, welches dort seit dem 16. Jahrhundert existiert. 
Als ich dort ankam, bemerkte ich schnell, dass dort nie ein Touri vorbeischaut: ich wurde von jedem interessiert angeschaut und wirklich keiner konnte nur ein Wort Englisch. Also waren meine wenigen Türkischkünste gefragt. :D
Los ging es mit einer traditionellen und echt heißen Sauna, bekleidet lediglich mit einem 'pestemal', einem dünnen (aber ausreichendem) handtuch. 
Nachdem meine Poren geöffnet und ich ordenlich am Schwitzen war, ging Erdogan, mein Masseur, mit mir in den Waschraum, wo ich mich auf erhöhte Fliesen setzte und er mich anschließend waschte, ohne dass ich auch nur irgendetwas machen musste. Er hatte einen besonderen Schwamm, eher rau, und schrubbte meine Arme und Beine so hart, dass sich der Dreck aus den Hautporen sichtbar machte - wie bei einem Radiergummi nach dem Radieren. Dann nahm er meinen Kopf, drückte ihn nach unten mit der einen Hand und schlug mir mit der anderen kräftig auf den Rücken. Okay dachte ich mir.. Aber dann ging es erst ans Eingemachte, jetzt wurde massiert. Dazu nahm er mich an die Hand und führte mich in einen weiteren Raum, wo ich mich auf eine heiße Steinplatte legte. Dann hieß es für Erdogan, mir eine Massage zu geben. Für mich war das eher Aushaltevermögen testen, Einrenken der Knochen und starke Dehnung der Muskeln und Sehnen.
Eine wirklich sehr robuste Massage hatte ich über mich 15 Minuten ergehen lassen, in denen sich Erdogan mit seinen geschätzen 105 Kilo auf mich lehnte und Muskel für Muskel massierte. Und dann nahm er beide meiner Arme, verschränkte sie maximal vor meiner Brust und drückte auf einmal ruckartig mit seinem Kampfgewicht meine Arme herunter, sodass ein lautes Knacken in meiner Brust als auch in meinem Rücken zu hören war. Das hat mich leicht Angst gemacht, wehgetan hat es allerdings nicht allzu doll. 
War die Massage vorüber, wurde ich erneut in den Waschraum geführt. Diesmal wurde ich mit Schampoo eingeseift, wieder ohne jegliche Anstrengung für mich. Meine Arme wurden hochgehoben, meine Beine streckte er auch für mich aus. Sehr ungewohnt, um ehrlich zu sein.
Nachdem er mir dann das Schampoo mit mehreren Schüsseln heißem und kaltem Wasser abspülte, war mein erstes Hamam fertig - dachte ich. Jetzt durfte ich noch einmal aufstehen, er stand vor mir, legte seine Hände auf meine Schultern, sah mir in die Augen. Dann drückte er mit den Daumen in meine Halsregion, erst der äußere Bereich, dann immer mittiger. Dies machte er mit solch einem Druck und einem sehr beängstigten Blick, als ob er mich erwürgen wolle, dass ich "Dur!" Rufen musste, was Stopp heißt. Es tat mir einfach diesmal richtig weh und ich bekam schlechter Luft. Am Ende erfuhr ich, dass dies die traditionelle Art ist, eine Lymphdrainage durchzuführen. Ich war erst in dem Glauben, er wolle mir Angst einjagen und sich ein Spaß erlauben, weil ich hier der einzige Tourist war. 
Schließlich wurde ich zurück in meine private Umkleidekabine geführt, bekleidet mit drei dicken Handtüchern. Eines um die Hüfte, eines um die Schultern und zuletzt noch eines auf dem Kopf. Und weil ich vorher schon nichts selbst gemacht habe, wurde ich jetzt auch noch abgetrocknet.
Dann hatte ich Zeit, mich wieder anzukleiden. Dazu bekam ich einen Çay, den typisch türkischen Tee, gereicht. Mein Hamam war beendet, ich fühlte mich trotz der "Strapazen" richtig wohl und entspannt und zu guter letzt war ich um eine sehr interessante Erfahrung reicher.
Den Abend genoss ich dann bei einenn leckeren Hühnchenkebab in der Stadtmitte, bevor es schließlich zum Busbahnhof ging. Dort wartete mein Bus nach Kappadokien, im Landesinneren. Denn anders als geplant, hatte ich so Lust auf diese Region, dass ich nicht in Ankara stoppen wollte. Und zudem hatte ich von anderen Backpackern gehört, dass es nicht lohnenswert ist, extra über Ankara zu fahren. Und so ging is in den Nachtbus für die nächsten 11 Stunden. Ich würde statt Nachtbus eher Hotel auf Rädern sagen, denn der Service und die Ausstattung war extraklasse. Sowas würde man in Deutschland niemals finden. Zunächst war der Bus mit nur rund 39 Sitzen ausgestattet, nicht wie sonst um die 50/60 Plätze. Man hatte mehr Beinfreiheit und auch die Sitze waren breiter. Und weil das noch nicht genug war, gab es auf jedem Platz ein eigenes Entertainment-System: ein großer eingebauter Bildschirm mit Musik, Radio, Filmen, Spielen und sogar Internet. So ging meine Fahrt also mit einer Party AngryBirds los, bevor der "Kellner" mit seinem kleinen Wägelchen Tee und Kaffee, Saft und Cola verteilte. Dazu konnten wir uns diverse Snacks wie Schokolade, Sesamstangen oder Kekse aussuchen. Zum Abschluss gab es für jeden ein Erfrischungstuch, gefolgt von einem Vanille-Schoko-Eisbecher. Ich konnte es wirklich nicht fassen, welch Luxus einem hier auf einer Halbtagesfahrt geboten wird, für den man noch nicht mal 30€ zahlt. Einfach unglaublich. Später nahm ich mir dann drei Kissen aus dem Kissenbehälter und schlief den Rest der Fahrt so gut es ging.

Und dann waren wir irgendwann da, in einer, einem surreal vorkommenden, Gegend - in Kappadokien. In mitten der Natur, umgeben von den verschiedensten Felsformationen, liegt Göreme, ausgesprochen Görämä :)
Dort fand ich nach der Ankunft zu erst den Weg zum gebuchten Hostel, wo mich Anna, die Verantwortliche für alles, herzlichst willkommen hieß.
Nachdem wir einige Zeit uns unterhielten und sie mir viel über die Region erzählte, gingen wir mittags zusammen mit Malia von Hawaii sowie Yunus aus Istanbul in die Innenstadt, wo wir die leckerste Linsensuppe von Kappadokien aßen. Und das sag ich jetzt nicht nur so, die Suppe wurde bereits dreimal in einem Wettbewerb als Erstplatzierte ausgezeichnet :)
Dementsprechend lecker war sie auch, einfach genial! Daraufhin gingen wir in ein weiteres Restaurant, wo wir neben Tee eine tradionelle Nachspeise namens Künefe genossen haben. Dies ist ein Dessert bestehend aus türkischen Fadennudeln mit Käse, Butter und Zuckersirup. Obendrauf gibt es Eiscreme und geraspelte Pistazien dazu. Auch das war echt verdammt lecker, die Kalorienzahl will ich aber lieber nicht wissen :D
Als wir dann wieder zurück im Hostel angekommen waren, habe icb mich erstmal ein wenig ausgeruht, bevor ich mit Yunis zu einem Aussichtspunkt nahe dem Hostel gewandert bin. Die Aussicht ist einfach unbeschreiblich, ich denke die beigefügten Bilder dieser Landschaft sprechen für sich :)
Abends aßen wir dann zusammen mit dem Spanier Axel sowie dem Pakistani Ameer Pide, eine türkische Pizza, traditionell mit Soße,Hackfleisch und frischer Petersilie. Natürlich, hat auch das, wie ungefähr alles andere hier, wunderbar geschmeckt.

Gestern war der wahrscheinlich anstrengenste, dafür aber auch der schönste Tag soweit - 27 Grad und strahlend blauer Himmel. 
Angefangen hat der Tag für mich bereits um 5 Uhr in der Früh. Ich wollte hoch auf den Berg zu dem Aussichtspunkt und dort den Sonnenaufgang genießen mit samt den zig Heißluftballons. Denn Kappadokien ist berühmt für seine Heißluftballonflüge. So starten jeden Morgen um die 100 Luftballons. Als ich dann angekommen war, waren die ersten schon in der Luft. Der Himmel war glasklar und es war einfach nur traumhaft, die Müdigkeit war mir sofort egal. Es hatte sich einfach vollstens gelohnt - und war dafür noch umsonst.
Nach dem ich einige Zeit den Himmel beobachtet hatte, ging es nochmal für ein Stündchen ins Bett, dann wurde gefrühstückt und kurz darauf wartete der Minibus auf den Spanier Axel und mich. Wir hatten eine Tour gebucht, um auch an die weit entfernten und schwer zu erreichenden Orte zu gelangen. So starteten wir mit einem tollen Aussichtspunkt in den Tag, bevor wir zur größten Untergrundstadt der Welt fuhren.
Diese Höhle beziehungsweise Stadt ragt 8 Stockwerke tief in die Erde, ist so groß wie 65 Fußballfelder und hat Platz für bis zu 20'000 Personen. Wir besichtigten die Kirche, Küche, Wohnzimmer etc. und waren teilweise bis 55 Meter unter der Erde. Das war echt sehr erstaunlich. Ich hab jetzt immer noch keine Ahnung, wie man so etwas erschaffen hat, und vor über 5000 Jahren schon alles über Luftzirkulation, Luftabzug etc gesusst haben muss. Sehr beeindruckend.
Nach der Höhlenstadt in Derinkuyu ging es weiter in eine Art kleinen Canyon, wo wir knappe vier Kilometer am Fluss entlangwanderten und uns mit einem leckeren Mittagsmenü belohnten. 
Der nächste Stopp war eine große, in diesen riesigen Felsen gebaute Kathetrale. Auch hier konnte man wirklich noch alles erkennen, wo der Altar gestanden haben muss, wo man wohnte und so weiter. Wirklich sehr interessant. 
Der letzte Stopp war schließlich ein kleiner Laden, in dem wir jegliche türkische Süßigkeiten probieren konnten und dazu kostenlosen Tee bekamen. Das war ein schöner Abschluss der Tour!
Den Abend gingen Axel und ich dann mit ein paar weiteren Leuten vom Hostel sowie von der Tour auf den Berg, um uns den Sonnenuntergang über den tollen Felsformationen anzusehen. Schließlich gingen wir alle zusammen noch essen und tranken im Anschluss gemeinsam hausgemachten Wein auf der Terasse des Hostels und ließen den Abend so bei netten Gesprächen ausklingen.
Ein weiterer schöner Tag meiner Reise ging somit wieder zu Ende.

Heute wurde gekocht, gewandert und gegessen.
Gemeinsam mit dem Spanier Axel besuchte ich nach dem Frühstück eine einheimische Familie, die nur für uns beide einen Kochkurs geben wollte. Und da die Mutter gleichzeitig die beste Linsensuppe der Region macht, die wir zuvor ja probiert hatten, durfte ich heute lernen, wie man diese zubereitet. Während die Suppe die Vorspeise darstellte, waren gefüllte Auberginen,Paprikas,Kartoffeln und Tomaten sowie gefüllte Weinblätter die Hauptspeise.
Dazu machten wir den super leckeren türkischen Reis. Aside, ein undefinierbarer, aber leckerer Nachtisch stellte das Dessert dar. Nachdem alles gekocht war, durften wir auch alles essen. Es war einfach so unglaublich lecker, dabei ist alles eigentlich so einfach herzustellen. 
Völlig voll ging es zurück zum Hostel, so wir uns fertig machten, um zu wandern. 
Dann machten wir uns auf den Weg und erkundeten die angrenzenden Gebiete, welche wie von einem anderen Planeten wirkten.
Einfach unbeschreiblich. Begleitet von einer streunenden Labradorhündin wanderten wir durch die verschiedenen Täler und kletterten die historischen Höhlenhäuser hinauf, welche teilweise über 20 Meter hoch ausgebaut waren. Auch hier war es wieder super faszinierend, wie man solche Häuser in einem Felsen erschaffen konnte zu der Zeit. Wirklich faszinierend! Man muss das mit eigenen Augen gesehen haben. Es ist schwer, das alles durch die Bilder wahrzunehmen. :)
Den Abend ging ich dann mit Anna, der Hostelmitbesitzerin und Jonathan aus der Schweiz essen. Diesmal gab es den für die Region sehr bekannten Testi Kebab. Dies ist ein, in einem getöpferten Behälter zubereitetes Gericht, bestehend aus einer beliebigen Fleischsorte zusammen mit Gemüse. Dazu standardmäßig Reis und Salat sowie Brot und Pepperoni. Diese getöpferte Art Vase wird nach dem Garen in der Holzkohle mit einem Hammer in der Mitte an der bereits vorgesehenen Einkerbung aufgeschlagen. Anschließend isst man daraus :)
Und auch dieses Gericht war einfach nur göttlich! Ich weiß echt nicht, wie lange ich noch dem türkischen Essen hinterhertrauern werden, sobald ich wieder in Deutschland bin. :D

Auf jeden Fall genieße ich meine Zeit in vollen Zügen! Ich hoffe, euch geht es auch allen soweit gut!
Bis bald!