Freitag, 12. Juni 2015

Chillout in Olympos

Sich in der Sonne am Strand bräunen, sich im Meer von dem heißen Wasser abkühlen, mittags nach ein paar Runden Backgammon ein Nickerchen in der Hängematte machen und abends gemeinsam mit anderen Reisenden das Büfet bei einem Bier genießen - so ungefähr sah der Tagesablauf bei mir aus in den letzten Tagen.

Viel gemacht hatte ich in Kappadokien, von Fischen über Wandern,  Quad fahren bis hin zu verschiedenen Touren, auf denen ich war. Abends haben wir öfters was unternommen und sind auch immer unterwegs gewesen. Und deswegen hatte ich mir Olympos als mein nächstes Reiseziel ausgesucht. Die anderen Backpacker sagten, es sei ein super Ort mit entspannter Atmosphäre, um einfach mal runterzukommen und am Strand abzuhängen. 
Also buchte ich am Montag den Nachtbus und so ging es nach einem letzten Abendessen zusammen mit den anderen Reisenden in den Bus in Richtung Antalya. Nach 9 Stunden war ich morgens um 7:45 Uhr schon am Busbahnhof in Antalya, von wo aus ich den Anschlussbus nach Olympos nahm und wiederum einen Bus von der Hauptstraße zu meinem Hostel. Um 10 Uhr war ich dann schon in meinem Hostel und durfte das reichliche morgendliche Frühstücksbüfet genießen. Neben gekochten Eiern sowie Gurken, Tomaten und Oliven gibts es Feta sowie Weißbrot mit Butter, Honig, Nougatcreme und Marmelade. Hier wurde für jeden Gast zusätzlich noch ein mit Gemüse gefülltes Omelette zubereitet, worüber ich mich wirklich sehr gefreut habe!
Zufälligerweise traf ich die zwei Mädels Vanessa und Tamara aus Australien wieder, mit denen ich in Kappadokien bereits Quad gefahren und die "Turkish Night" besucht habe. Zusammen gingen wir dann nach dem Frühstück an den Strand. Bereits auf dem Weg konnte man zahlreiche Ruinen und andere guterhaltene historische Stätten bewundern, für die Olympos bekannt ist. Über Steine und kleine Bächlein ging es dann mit den zuvor gekauften Flip-Flops an den Strand, wo es natürlich erstmal ins Wasser ging. Dies war echt so schön, mal wieder ins Meer zu springen und das obendrein noch bei echt traumhaften Wetter. 
Nachdem wir ein wenig gedöst hatten, gingen wir zurück in die Chillout-Area des Hostels, wo mir die beiden erklärten, wie man Backgammon spielt. Dies wird hier auch Tavla genannt und ist das traditionelle Spiel der Einheimischen, welches meist bei einer Tasse Tee gespielt wird. 
Nach ein paar Runden wurde ich dann etwas müde und döste erstmal auf der Couch ein. Als ich dann später aufwachte, war es auch schon Zeit zum Abendessen. Glücklicherweise gab es ein Büfet, sodass ich ordentlich zuschlagen konnte. Mit vollem Magen spielten wir dann noch einige Runden Backgammon, bevor wir uns mit ein paar Einheimischen unterhielten und zusammen einheimischen Wein tranken. Währenddessen erklärten die uns auch ein paar grundlegende Strategien für das Spiel Tavla. Sie spielen dass nämlich jeden Tag und wetten meist auch um Geld.

Der nächste Tag begann wie auch den Tag zuvor mit einem wirklich leckeren Frühstück. Dann musste natürlich erst einmal entspannt werden, so wie es sich gehört. Das Hostel spielte entspannte Musik von Jack Johnson oder Bob Marley und ich trank mit ein paar Leuten eine Tasse Tee, bevor wir uns gemeinsam auf zum Strand machten, um unsere Bräune ein wenig zu intensivieren :) Bei einem kühlen Bier relaxten wir so einige Stunden, kühlten uns zwischendurch immer mal im Wasser ab oder laberten ein wenig. Dann schwammen wir gemeinsam zu einem größeren Felsen, wovon wir dann einige Male rund sieben Meter die Felswand herunter in Wasser sprangen, welches echt ziemlich Spaß gemacht hat.
Zusammen mit dem Kanadier Mike schwamm ich dann noch an der Felswand entlang zu einer kleinen Höhle, welche sich inmitten der Felswand befand. So konnte ich wenigstens ein bisschen was für meine Kondition tun :)
Zurück im Hostel gesellten sich zu uns dann mehrere andere Traveller und gemeinsam gab es dann nach dem Abendessen noch einige Runden Backgammon bei netten Konversationen. Spätestens jetzt hatte ich bemerkt, dass mich das Spiel süchtig macht, da ich einfach immer nur noch spielen wollte. Auch wenn ich nicht jedes Mal gewonnen hatte, ist es trotzdem ein echt schönes Spiel zum Entspannen und zum Quatschen.
Zu zehnt gingen wir dann später noch in eine benachbarte Bar, wo wir bei türkischer Livemusik und natürlich einem Efes-Bier den Abend ausklingen ließen.

Gestern ging es,anders als gewohnt, dann vergleichsweise hektisch los. Um acht Uhr frühstückten wir bereits, da David, Toby und Bianca (Kanada, Australien, U.S.) sowie meine Wenigkeit vorhatten, einen Teil des Lycian Way zu wandern. Dies ist eine 500km lange Wanderung zwischen Antalya und Fethiye entlang der Mittelmeerküste und gehört zu einem der zehn schönsten Wanderwegen der Welt. 
Vorher ging es aber erstmal durch die antike Stadt von Olympos, welche zahlreiche, noch guterhaltene Ruinen zu besichtigen hat.
Von einem alten Theater über prunkvolle Ruhestätten bis hin zu Tempel und normalen Wohnkomplexen konnte man alles besichtigen. Dies war wirklich interessant, da man sich oftmals fragt, wie man vor über 2000 Jahren schon solche Bauten erschaffen konnte. 
Nach einem kleinen Rückblick in die Geschichte der Stadt ging es dann Höhenmeter nach Höhenmeter in Richtung Himmel. Insgesamt vier Stunden sind wir letztendlich gewandert, bevor wir uns in einem Restaurant stärkten. Da wir fast nur bergauf gewandert waren, war mein T-Shirt entsprechend durchnässt und ich war auch relativ fertig. Aber es hat echt Spaß gemacht und schließlich fühlt es sich auch mal wieser gut an, ausgepowert zu sein. 
Hatten wir gegessen, ging es für eine schon fast alltägliche Runde Backgammon und einen Çay in den Loungebereich, wo wir allesamt nach wenigen Spielen einschliefen und dösten. Zwei Stunden später wollten wir dann nochmal an den Strand und dort auf eine alte Turmruine klettern. Zwar hatten wir nur Flipflops an, doch auch damit war das kein Problem.
Oben angekommen hatten wir einen wunderschöne Aussicht über den ganzen Strand sowie die verschiedenen Berge im Hintergrund. 
Nach dem Abstieg wurden noch auf ein paar Felsen ein paar Fotos vom Sonnenuntergang geschossen und noch eine kleine "Steine-Flippen"-Competition gehabt (einen flachen Stein über das Wasser springen lassen). Und da ich den Tag zuvor schon so oft Steine geflippt hatte, dass ich Muskelkater in meiner linken Schulter hatte, konnte ich den Sieg mit 7x Flippen nach Deutschland holen :)
Nach einer Dusche und einem erneut üppigem und leckerem Abendessen ging es auf eine Nachtwanderung zu den Flammen von Chimaira. 
Als Chimaira ist seit der Antike ein Platz in Lykien (der Region, wo ich gerade bin) bekannt, an dem noch heute ein seltenes, Jahrtausende altes Naturphänomen zu beobachten ist: Aus dem felsigen Boden eines Berghangs schlagen an mehreren Stellen Flammen heraus, welche als die „ewigen Feuer der Chimäre“ bekannt sind. Zwar sind die Flammen nur bis ca 30-40 Zentimeter hoch, aber dafür war es trotzdem ziemlich beeindruckend, wenn man sich vorstellt, wie lange die Flammen schon brennen.
Nach der Wanderung ging es mit dem Minibus wieder zurück ins Hostel. Und was wäre ein Abend in Olympos ohne Backgammon. Also ging es mit einem Bier nochmal in die Lounge, ein paar Partien Tavla spielen. Ungeschlagen an dem Abend ging es dann nach einem anstrengend Tag fertig, aber mit zahlreichen neuen Eindrücken ins Bett.

Heute wollte ich bereits eigentlich die kleine Ortschaft verlassen, aber entschied mich dann doch noch dafür, einen weiteren Tag zu bleiben. Denn wie der Musiker Jack Johnson in einem seiner Lieder, die hier laufen, singt: "Slow down everybody - You are moving too fast!". Also konnte ich ein weiteres Mal ausschlafen (yeah!). Jetzt ist auch der Blog gleich fertig geschrieben und es geht ab an den Strand, sich weiter bräunen und ein wenig schwimmen.
Morgen geht es dann weiter für knappe drei Stunden in den Westen nach Kas, einen weiteren kleinen schönen Ort an der Küste, wo ich mich mit Kage, einem Freund, den ich in Kappadokien getroffen hab, treffen werde.

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