Vor einer Woche waren es noch insgesamt 19 Tage bis zu meinem Ende der Reise - jetzt bin ich jedoch mittlerweile schon wieder in Deutschland. Warum das so ist, erfahrt ihr nun..
Donnerstag, der 18. Juni: Nachdem ich am vorigen Tag mein Blog fertig geschrieben hatte, wollte ich mich eigentlich ins Bett legen, denn ich musste früh aufstehen, um meinen Kumpel Lukas vom Flughafen in Antalya abzuholen. Aber dann kam noch Kayleen aus den U.S. In mein Zimmer und wir unterhielten uns nett und sehr lange über dies und jenes, sodass es am Ende doch später war, als ich das Licht ausmachte. Nach fünf Stunden Schlaf ging es dann aus dem Bett, in die Dusche, zum Frühstücksbuffet und im Anschluss 20 Minuten zu Fuß zu der Busstation, von wo aus ich zum Airport gelangen sollte. Zwar musste ich die ein oder anderen Einheimischen nach dem Weg beziehungsweise der richtigen Busnummer fragen, aber am Ende klappte alles wunderbar und ich kam nach einer halben Stunde am Terminal an. Ein wenig Warten und kurze Zeit später waren wir zu zweit in Antalya, auf dem Rückweg in die Innenstadt. Der große Bazaar, den wir besuchten, war leider geschlossen und so ging unser Weg zu Fuß weiter in Richtung unserer gebuchten Unterkunft. Gestärkt mit einem billigen Hähnchendöner kamen wir dann in unserem Hotel an und enspannten vorerst einen Moment in dem schönen Zimmer.
Als unsere Energieakkus wieder einigermaßen aufgeladen waren, ging es raus durch die Straßen und Gassen der Stadt, wo wir die nächsten Stunden unsere Zeit vertrieben. Ob straßenstände mit frisch gepresstem O-Saft, billige Textilien, so weit das Auge reicht oder die Schlepper der Restaurants und Souvenirläden, die uns mit verlockenden Angeboten als Kunden gewinnen wollten. Viele neue Eindrücke und auch mehrere Klamotten sowie Mitbringsel konnten wir am Ende unser nennen. Ich holte mir unter anderem das türkische Traditionsspiel Tavla oder Backgammon. Schließlich habe ich es so oft hier gespielt und da es mir echt ziemlich viel Spaß macht, mir damit meine Zeit zu vertreiben, musste das einfach sein.
Die neuen Einkäufe abgelegt, gingen wir zu dem Yachthafen nahe unseres Hotels und gönnten uns eine Bootsfahrt entlang der Küste, welche ich auf je rund 3 Euro runterhandeln konnte :) Bei schönem Wetter entspannten wir zwei auf dem Deck des Holzboots in den bequemen Sesseln und genossen den Wellengang bei türkischer Musik und erfrischendem Wind.
Den Abend gingen Lukas und ich dann essen in dem "Doner-District", so wie es hier ausgeschildert wird. Dutzende Dönerläden sind hier Kopf an Kopf und probieren sich gegen die jeweilige Konkurrenz durchzusetzen und die vorbeilaufenden Touristen zu sich zu locken. Wir entschieden uns für das größte Restaurant mit schönster Sitzmöglichkeit, wo wir im Anschluss ein wirklich üppiges und leckeres Fleischgericht genossen.
Müde von dem langen und vor allem anstrengenden Tag ließen wir den Abend noch entspannt in einer Shisha-Bar ausklingen und machten uns dann ins Bett.
Am nächsten Tag stand endlich Rafting auf dem Plan, worauf ich mich schon längere Zeit gefreut habe, da ich sowas noch nie gemacht hatte.
Nach einem schnellen Frühstück wurden wir dann von dem Shuttle des Unternehmens abgeholt und fuhren anschließend knapp 3 (!!) ungemütliche Stunden in dem Minibus durch das Land, bis wir nach zahlreichen Bergen und Tälern an dem Ausgangspunkt für das Rafting angelangt waren. Jetzt noch Schwimmweste, Helm und Schwimmschuhe an und die letzten 10 Minuten im Bus zum Wasser. Jetzt ein Paddel in die Hand und ab ins Boot. Lukas und ich konnten uns die VIP-Plätze ganz vorne im Boot sichern, dort war die meiste Action garantiert. Unser Guide Mikael wies uns ein und mit Kampfsprüchen und einfachen "Marschgesängen" rafteten wir durch die Wellen, spritzten andere Rafting-Boote nass oder drehten uns mehrmals um die eigene Achse. Just 4 fun.
Nach teilweise ziemlich fordernden Abschnitten nahmen wir bei einer Abzweigung die kürzere Verzweigung - alle anderen Boote nahmen den vorhergesehenen Weg, den längeren.
An der Mündung, wo unsere Strömung in den eigentlichen Fluss mündet, waren die Wellen wieder deutlich höher - auch durch die vielen Steine in dem Bereich. Und dann passierte es...
Eine höhere Welle erwischte unser Boot. Durch meine Position ganz vorne bekam ich die Welle ab wurde so aus dem Boot geschmissen und landete mit meiner Hüfte auf einem spitzen Stein. Das Wasser war dort lediglich nur kniehoch gewesen. Im Wasser schob mich dann der hintere Teil des Boots noch über die Steine, bevor ich halt fand in der Strömung und das Boot wegfahren sah. Erstmal meine GoPro checken, aber glücklicherweise hing sie noch an dem Sicherheitsbendel. Dann rief mir der Guide eines weiteren Bootes zu, ich solle unbedingt loskommen und schnell in Richtung Boot schwimmen. Da alles wie in einem Film geschah, rannte ich ohne nachzudenken und schwamm die nächsten Meter durch das 6-8 Grad kalte Quellwasser, bevor ich hochgezogen wurde von den Insassen. Glücklicherweise waren es nette Deutsche, darunter sogar ein ehemaliger Rettungssanitäter. Dieser untersuchte mich. Ich stellte fest, dass ich meine Hüfte nur noch eingeschränkt bewegen konnte, spüren konnte ich nicht viel aufgrund der Taubheit durch das kalte Wasser. Als wir kurze Zeit später an der Basis ankamen, brachten mich ein paar Leute die Treppen hinauf auf den Tisch, wo ich erstmal eingepackt wurde in Decken, damit mir wenigstens ein bisschen warm wurde. So warteten Lukas und ich bei heißem Tee, ein bisschen Essen und starkem Regen sowie Gewitter auf den Krankenwagen, welcher 45 Minuten später ankam. Währenddessen waren die anderen deutschen Urlauber weiterhin sehr hilfsbereit und gabem mir Tee und was zu essen. Dann kamen die Krankenschwestern. Natürlich konnten sie kein bisschen Deutsch, geschweige denn Englisch und so durften wir eine knappe Stunde über holprige Straßen samt Schlaglöchern in einem klappernden Krankenwagen fahren. Dies war wie ein kleines Fitnessworkout für meine Arme. Schließlich konnte ich nicht die Bauchmuskeln anspannen aufgrund von Schmerzen und so musste ich alle Bewegungen mit meinen Armen ausgleichen, in dem ich mich an den Stangen neben der Liege festhielt. Auch eine neue Art, zu trainieren :)
Im Krankenhaus angekommen, wurde ich abgetastet, geröntgt, Ultraschall wurde gemacht, gespritzt, mein Urin wurde analysiert - das volle Programm.
Am Ende hieß es, keine Verletzung an Knochen oder inneren Organen, dafür aber eine relativ starke Hüftprellung und Anriss der rechten unteren Bauchmuskeln. Yeaah! Wem soll es sonst passieren, wenn nicht mir?!..
Leider konnten wir das Krankenhaus noch nicht verlassen, denn es musste ja noch bezahlt werden, was leider nicht so einfach war..
Mein Geld auf der Kreditkarte reichte nicht aus, später wiederkommen konnte, besser gesagt durfte ich nicht. Meine Eltern überwiesen Geld - ging nicht, weser an meine Karte, noch an das Krankenhaus. Die Zeit verging. Zwischendurch lud uns der Angestellte dann zum Essen ein und wir durften in der Kantine vom Salat über Suppe bis hin zum Spinateintopf und Nudelteller plus Nachtisch alles essen, schließlich wären wir sonst wahrscheinlich auch fast verhungert.
Stunden später hatte dann endlich die Bezahlung geklappt, auch durch die Hilfe unserer lieben Nachbarin in Deutschland, welche zwischen meinen Eltern und den türkischen Mitarbeitern dolmetschte und so eine Konversation möglich machte. Jetzt war es bereits 23 Uhr. Ganze 5 Stunden probierten wir, die Zahlung abzuwickeln..
Immerhin waren die Angestellten noch so freundlich und fuhren uns mit deren PKW die restlichen 45 Minuten in die Innenstadt zum Hotel.
Völlig kaputt, sowohl körperlich als auch mit den Nerven, gingen wir, so gut es ging, noch einmal eine kleine Runde durch die Stadt, schließlich mussten wir einfach nochmal raus an die frische Luft, nachdem wir den halben Tag nur Krankenhausluft genossen durften. So entspannten wir noch einmal im Park von Antalya mit toller nächtlichen Aussicht über die ganze Küste der Stadt. Auf dem Rückweg gingen wir durch den Park, welcher seit vorigem Tag einer vollgefüllten Kirmes glich: Schiffsschaukeln, 4D-Simulator, Live-Musik, Essens- sowie Verkaufsstände ohne Ende und viele gutgelaunte Menschen - der Ramadan, der Fastenmonat, hatte begonnen. Ab Sonnenuntergang um halb 9 verwandelt sich der Park in eine große Tafel, auf dem die Menschen sich zusammenfinden und zusammen ein großen festliches Mahl einnehmen. Und das jeden Tag während der gesamten Fastenzeit.
In einer Shisha und Backgammmon-Bar angekommen spielten wir noch einige Runden Backgammon und dann war auch schon der Freitag vorüber.
Der Samstag war dann eher ein ruhiger Tag, nicht nur, weil wir erschöpft vom vorigen Tag waren, sondern auch durch mein Handicap mit der Hüfte, gingen wir den Tag eher gemächlich an und frühstückten erstmal ausgiebig. Jetzt musste noch ein wenig Zeit in Anspruch genommen werden, um das bereits gebuchte Quad fahren zu stornieren und den Rückflug nach Deutschland zu organisieren. Denn ich hatte mich entschieden, meine Reise hier abzubrechen und zweieinhalb Wochen vor eigentlichem Schluss der Reise bereits wieder nach Hause zu fliegen. Ich erinnere mich lieber an knapp 4 Wochen voller toller Erinnerungen, neuer Eindrücke und zahlreichen Aktivitäten als an einen Urlaub mit Schmerzen und eingeschränkter Bewegung, an denen ich nur faul im Hotel rumhänge. :)
Nachdem dann alles Organisatorische erledigt war, liefen wir noch ein wenig rum, so gut es ging, aßen neue Speisen und ließen es uns noch einmal auf einer erneuten Bootstour gutgehen.
Unseren letzten Abend verbrachten wir dann auf unserem Lieblingsplatz im Park mit der tollen Aussicht, nachdem jeder von uns drei frische handgemachte Lahmacun mit frischer Petersilie und Salat genossen hatte.
Sonntag war dann leider schon der Abreisetag. Glücklicherweise bekam ich noch einen Platz in demselben Flieger wie Lukas, sodass es zusammen zurück ins kalte, verregnete Deutschland ging. Immerhin konnten wir Backgammon auf dem ganzen Flug spielen.
Und für die jenigen, die neugierig sind, wie meine Hüfte mittlerweile aussieht:
Naja...
Nach knapp 4 Wochen ist nun meine Reise durch die Türkei beendet, leider ein ganzes Stück kürzer als geplant.
Trotzdem habe ich in den vier Wochen ein Land kennengelernt mit einer spannenden Kultur, unglaublich gastfreundlichen Menschen und köstlichem Essen. Ich bin froh, diesen Weg gegangen und nun um zahlreiche Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse reicher zu sein.
Ich hoffe, euch hat mein Blog gefallen und ihr konntet ein wenig teilhaben an dem, was ich in den vergangenen Tagen alles erlebt habe.
Bis zum nächsten Mal! :)







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